Vorbereitung Berliner Höhenweg
Im Herbst 2018 entstand beim Zeigen der Urlaubsbilder von 2018 die Idee, im Sommer 2019 mit der Jugend eine Hochgebirgswanderung zu machen. Die Angefragten waren durchweg motiviert. Die Gruppe aber nicht homogen.

Mir war klar, dass sich der Großteil bei einer leichten Wanderung langweilen würde. Andererseits durfte die Tour aufgrund der Gruppengröße und der kaum vorhandenen Hochgebirgserfahrung der Teilnehmer nicht zu anspruchsvoll sein und es musste Alternativen geben. Nach etwas stöbern in den Urlaubserinnerungen und ein paar Nächten des Überschlafens fiel die Wahl auf den Berliner Höhenweg. Das Studieren des Kartenmaterials und der Beschreibungen im DAV Panorama und in der Broschüre "Zillertaler Runde" des DAV bestätigte meine Wahl.
Nun war es an der Zeit, die Tour sowohl den angefragten Jugendlichen als auch den besorgten Eltern schmackhaft zu machen. Gleichzeitig musste ich möglichst klar die Anforderungen und Gefahren benennen, denn jede Bergtour beinhaltet Risiken, die jeder bewusst eingehen sollte. Die Gratwanderung bestand darin, die Jugendlichen mit einem spannenden Abenteuer zu locken und es für die besorgten Eltern nicht gar zu anschaulich zu machen. Ja, jede Bergtour ist ein Risiko, aber ist es denn nicht riskant, die Jungen keinen Gefahren auszusetzen, sie immer zu behüten und damit zu ängstlichen, unentschlossenen Menschen zu erziehen, die durch Übervorsicht die Fülle des Lebens verpassen und dann auch noch wegen Bewegungsmangel und Übergewicht 20 Jahre eher sterben?
Mit der Planung habe ich es mir nicht leicht gemacht. Dass außer mir vier Teilnehmer schon einen Führerschein hatten und damit zumindest Grundkenntnisse in 1. Hilfe besaßen, gab uns Sicherheit, sowohl während der Tour als auch bei der An- und Abreise mit dem PKW. Als nachteilig fiel ins Gewicht, dass außer mir keiner über maßgebliche Hochgebirgserfahrung verfügte. Insbesondere das Wissen über Wetterrisiken und über gruppendynamische Effekte konnte ich nicht voraussetzen. An diesen Punkten würde ich also besonders Obacht geben müssen.
Um Kondition und Trittsicherheit zu testen bzw. zu trainieren hatte ich ab Februar kleinere und größere Wanderungen angeboten, immer auf möglichst steile Auf- und Abstiege bedacht. Auf einer viertägigen Hüttentour im Elbsandsteingebirge konnten wir auch das Wandern mit Mehrtagesrucksack sowie das Gehen an aufeinanderfolgenden Tagen testen. Nach den Testwanderungen konnte ich die meisten Teilnehmer gut einschätzen.
Ich selbst habe in dem halben Jahr vor der Tour ebenfalls reichlich trainiert. Mit 50 Jahren geht der Muskelaufbau nicht mehr so schnell vonstatten. Die Beine haben mich auf der ganzen Tour nicht im Stich gelassen. Allerdings war der schwere Rucksack für mich dann doch ungewohnt. Eine leichte Bergübelkeit, die wohl ihre Ursache in einer Mischung aus Höhe, Anstrengung und Nahrungsumstellung hatte, bremste mich zusätzlich aus. Ich habe wohl allein dafür meine Reserven aufgebraucht.