Dominikushütte - Furtschaglhaus
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Am ersten Tag in den Bergen sollte es nicht gleich in die Vollen gehen, daher scheint der Spaziergang entlang des Schlegeisspeichers ein guter Einstieg. Aber ach, am Zamsgatterl jagt uns eine Vollsperrung einen Schreck ein: „Berliner Höhenweg ab Schlegeis gesperrt“ steht da ohne einen Grund zu nennen oder auf Alternativen für den Zugang zum Furtschaglhaus hinzuweisen. Welche Alternativen sollte es auch geben? Absteigen zum Zemmgrund und dann von der Berliner Hütte aus rückwärts laufen? Aber gestern Abend war doch ein Gast, der gerade von der Berliner Hütte über das Furtschaglhaus gekommen war? Der musste doch durchgekommen sein. Ich befrage die Wirtin im Kiosk. Wir entscheiden uns danach, weiterzugehen und sehen nach einer Biegung den Grund der Sperrung: eine Baustelle wegen einer Hangrutschung. Nun, da am Sonntag die Baumaschinen still stehen und die Absturzgefahr nicht so groß wie auf den kommenden Scharten ist, haben wir die Baustelle nach wenigen Schritten hinter uns uns freuen uns an der herrlichen Landschaft.

Vom kleinen und großen Hochsteller ziehen steile Felsflanken hinab, an denen wir andächtig hinaufschauen. Hinter uns türmen sich Olperer, Gefrorenen-Wand-Spitzen und Hoher Riffler auf, nach vorne schauen wir auf die Reste des Schlegeiskeeses. Das Wetter ist bombig und die Laune ebenso. Am Talschluss führt der Fahrweg noch bis zur Materialseilbahn, dann beginnt das Bergabenteuer. In kurzen, aber steilen Kehren winden wir uns durch Latschen und Büsche und machen schließlich an einem herrlichen Bergsporn Mittagsrast.
Nach der Mittagspause ist es nicht mehr weit bis zur Hütte, welche sich auf einer idyllischen Hochebene befindet. Ins Lager dürfen wir noch nicht, die Rucksäcke müssen draußen bleiben, bis es Zeit für die Anmeldung ist. Die großen Jungs haben noch zu viel Energie übrig und machen sich gleich auf zum Gletscher. Der Rest geht erst mal an den Fluss baden oder zumindest etwas abkühlen. Ich versuche die Bergsteiger im Auge zu behalten und bin froh, als alle wohlbehalten wieder an der Hütte ankommen.
Abendbrot gibt es im Wintergarten des Furtschaglhauses: volle Sonne, volles Panorama. Anschließend treffen wir uns alle noch im Steingarten und spielen eine Stunde lang Rhythmus. Man muss sich nicht wundern, dass das Spiel noch einige Tage nachhallt, allein mir fehlt danach die Kraft, noch einmal darauf zurückzukommen.