Radtour Reschen - Meran
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Ein absolutes Highlight im Vinschgau ist der durchweg sehr gut ausgebaute Radweg, der von St. Valentin bis Meran nur eine Richtung kennt: abwärts. In diese Richtung ein E-Bike zu nehmen, wäre Verschwendung. Wer auf die Hügel zwischen Reschen und St. Valentin auch noch verzichten will, fährt zu Beginn auf der Ostseite des Reschensees.

In die andere Richtung kann ein E-Bike durchaus Sinn machen. Bikes mit und ohne Motor stehen an den Bike-Points reichlichst zur Verfügung. Viel Komfort sollte man für den Tagespreis von 16 Euro allerdings nicht erwarten. Das Kombi-Ticket mit dem ÖPNV macht wenig Sinn, die einfache Bus- oder Zugfahrt zusammen mit dem Tagespreis ist i.d.R. günstiger.
Wer auf dem Radweg unterwegs ist, sollte von Reschen bis Meran oder Bozen mindestens 2 Tage einplanen, um sich auch die wundervollen historischen Ortskerne ansehen zu können. Die Radtour ist sehr gut geeignet, den Vinschgau sowie seine Geschichte und den Fleiß seiner Bewohner kennen zu lernen. Beste Jahreszeit dürfte April bis Oktober sein. Im Juli/August kann es besonders im unteren Vinschgau aber sehr heiß sein.
Im Oberen Teil überwiegen noch die schattigen Abschnitte. Dennoch gibt es immer wieder herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge. In Prad wechselt die Umgebung: zunächst bietet sich am Ortsausgang ein herrliches Panorama über den gesamten Obervinschgau. Anschließend geht es mitten durch die Apfelplantagen, vorbei an unzähligen Kirchleins und an alten Bewässerungsanlagen.
Verpflegung ist kein Problem, überall gibt es driekt am Radweg Kneipen und Cafés. In vielen Orten, meist am Bahnhof, kann man das Rad wieder abgeben. Lediglich zwischen Naturns und Meran bzw. zwischen Meran und Bozen gibt es zwischendurch keinen Bike-Point.
Da wir unser Quartier schon haben, geben wir das Rad in Latsch ab und holen es uns am nächsten Morgen dort wieder ab. Das Auto haben wir in Laas am Bahnhof geparkt und fahren mit dem Zug bis dahin zurück. An fast allen Bahnhöfen stehen ausreichend kostenlos Parkplätze zur Verfügung - sehr vorbildlich!
An vielen Orten bieten sich Führungen an, z.B. in Glurns (kleinste Stadt mit durchgängiger Stadtmauer) und Kastell-Bell (Schloss). Aber auch abseits der Strecke gibt es viel sehenswertes, bspw. in Burgeis (Kloster), in Mals (historisches Stadtzentrum) oder in Schluderns (Churburg mit Rüstkammer).
In Algund erwartet uns eine hervorragende Aussicht auf Meran und Dorf Tirol. Die anschließende Schussfahrt entlang der Etsch bietet noch einmal kühle Erfrischung, bevor es in das sommerlich heiße Etschtal nach Meran und evtl. weiter nach Bozen geht.
Zurück geht es mit dem Zug Richtung Mals. Allein die Zugfahrt mit der Vinschgaubahn ist ein lohnender Ausflug. Nach der Radtour durch den Vinschgau kann man doch die rad-gefahrene Strecke noch einmal bequem vom Zug aus nachverfolgen.