Rettungseinsatz in der Hochgangscharte

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Bergrettungseinsatz an der Hochgangscharte

Vom Franz-Huber-Steig aus erleben wir einen Rettungseinsatz der Südtiroler Bergwacht, der uns nachhaltig zu denken geben wird.

Beim Aufstieg, noch im Wald, hören wir jemand von ferne schreien, können es aber nicht einordnen. Ca. 15 Minuten später - wir sind schon im freien Gelände auf der Hochbodenalm - nähert sich ein Rettungshubschrauber der Hochgangscharte. Nun folgt ein unglaublicher Rettungseinsatz der Südtiroler Bergwacht. In mehreren Anläufen wird zunächst ein Bergretter direkt an die Unglücksstelle abgeseilt, dann weitere zwei aus dem Tal herangeholt und unterhalb der Unglücksstelle abgesetzt. Dann nacheinander erst eine liegende Person zusammen mit einem Bergretter und dann eine stehende Person mit einem Bergretter ins Tal geflogen. Der Hubschrauber muss dabei immer wieder ganz vorsichtig tief in die Scharte hineinfliegen und verschwindet sogar vor unserem Auge, da wir seitlich auf die Hochgangscharte blicken.

Was genau passiert ist, können wir zu diesem Zeitpunkt nur erahnen. Erst zwei Tage später, im Tal, erfahren wir, dass ein Wanderer von herabfallenden Steinen erschlagen wurde. Die Hochgangscharte hätte auch unserer Route sein können. Kein besonders schwieriger oder gefährlicher Weg, den auch viele andere Wanderer gehen, die zu den Spronser Seen wollen.

Was war passiert? Beim Abstieg einer Vierergruppe, die mit einem Bergführer unterwegs war, lösten sich weiter oben in der Hochgangscharte etliche Steine. Sogar tischgroße Brocken sollen darunter gewesen sein. Nur ein kleinerer Stein, der im freien Fall schnell die Geschwindigkeit eines Geschosses erreichen kann, traf offenbar den Wanderer am Kopf. Der Mann stürzte noch einige Meter nach unten. Trotz schneller erster Hilfe durch einen Bergretter kam jede Hilfe zu spät.

Das Geschehene macht uns deutlich, dass auch für erfahrene Bergsteiger immer ein Risiko bleibt, auch dann, wenn man sich nicht leichtsinnig in Gefahr bringt.

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