Imster Höhenweg
Auf luftigen Pfaden hoch über dem Inntal
Navi/GPXGoogle EarthOpenStreetMap

Der Imster Höhenweg ist die schwerste Bergtour unserer Wanderwoche und uns erwarten in eine Richtung ca. 1800 Höhenmeter. Es wäre zwar charmant, die Tour ohne den Zeitdruck einer abschließenden Bergbahn-Talfahrt gehen zu können. Aber ganz ohne Bergbahn ist die Strecke nicht zu schaffen. Eine Übernachtung auf der Muttekopfhütte kommt auch nicht in Frage. Die Tour umzudrehen und die 1800 Meter abzusteigen ist keine gute Idee für meine Knie. Auch würden wir bei einer vorgeschalteten Bergfahrt erst 9:30 Uhr an der Bergstation loslaufen - viel zu spät!
So starten wir in der Morgendämmerung an unserem Quartier in Hochimst und steigen erst einmal 1300 Meter am Stück aber unschwierig auf zum Laggers. Etwa in der Hälfte kommt uns eine Familie entgegen. Wir fragen: "Wo kommt ihr denn auf einmal her?" - "Vom Laggers." - "Jetzt schon? Habt ihr dort geschlafen?" - "Nein, wir waren nur zum Sonnenaufgang oben, sind heute früh um drei gestartet und waren kurz vor sechs oben." Wir staunen, dass sie den Aufstieg im Dunkeln gegangen sind, er ist zwar außer steil nicht besonders schwierig, aber teilweise lauern mit Steinen und Wurzeln doch etliche Stolperstellen.
Auf dem Laggers genehmigen wir uns eine ausgiebige Rast und genießen die Aussicht ins Inntal. Erst als wir wieder auf Normaltemperatur abkühlen und es langsam frisch wird, machen wir uns auf den Weiterweg.
Nun geht es erst einmal entspannt bis etwa in die Hälfte des Larsengrates, bevor uns wieder einmal abenteuerliche Kraxeleien erwarten. Bis zum Pleiskopf nicht besonders schwer und mit Stahlseilen entschärft, aber doch immer wieder zeitintensives Steigen und balancieren. Langweilig wird es auch aufgrund der spannenden Tiefblicke nicht.
Den Ödkarlekopf umgehen wir, uns reicht der 5 Meter niedrigere Pleiskopf als höchster Punkt unserer Wanderung. Eine Begehung des Ödkarlekopfes scheint zwar unschwierig, eine Überschreitung ist jedoch nicht möglich und so wollen wir Zeit und Kräfte für den noch weiten Abstieg zur Bergstation sparen. Lieber rasten wir noch einmal, das letzte Stück hat uns doch gehörig Kräfte gekostet.
Als wir am Pleiskopf ankommen und ich anmerke, dass nun noch ca. 2 Stunden vor uns lägen, ernte ich ungläubige Blicke. Es wird sogar noch etwas länger dauern, da wir am Hinteren Alpjoch noch einmal eine Nachmittagsrast einlegen.
Der Abstieg vom Pleiskopf zum Hinteren Alpjoch hat es noch einmal richtig in sich. Besonders der Pleiskopf-Ostgrat führt sehr steil und größtenteils weglos über Blockgestein und plattiges Geröll hinab auf den Sattel. Die Wegfindung ist teilweise nicht ganz einfach und es gilt eine kurze Kletterstelle im 2. Grad zu überwinden. Schließlich muss eine ausgesetzte Stelle unter einem bedrohlich brüchigen Felsüberhang passiert werden, bevor wir wieder auf einen sicheren Bergpfad treffen. Ganz ohne Kraxeleien geht es auch dann nicht weiter. Erst als wir nach etwa eine Stunde Abstieg vom Pleiskopf die ca. 15 Meter Hohe Leiter kurz vor dem Hinteren Alpjoch abgestiegen sind, beginnt sich der Weg zu entspannen und mündet schließlich in bequemes Wiesengelände.
Wir genießen noch einmal die herrliche Aussicht vom Hinteren Alpjoch und unsere Jause. Dann geht es flinken Schrittes hinab zur Bergstation, die wir ca. 15:15 Uhr erreichen. Wir sind jetzt ca. 9 Stunden unterwegs und freuen uns auf die gemütliche Talfahrt und das obligatorische Bad im Hochimster See.




