Klettersteig Geierwand
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Eigentlich war der Maldongrat zum Einwandern gedacht. Doch an diesem Montag war das Wetter noch sehr trübe und wir hätten nicht viel Aussicht gehabt. Zwar ist die Aussicht vom Muttekopf noch einmal deutlich umfangreicher, aber ob das dann auch klappt, war ja ungewiss. So entschieden wir uns für den Klettersteig mit der Option, den Tag mit einem zweiten Klettersteig aufzufüllen, falls wir noch die Reserve dazu hätten.

Der Geierwand-Klettersteig in Haiming am Fuße des Simmerings führt durch eine scheinbar glatte Felswand über 350 Meter steil hinauf. Die Gehzeit ist mit 2,5 Stunden angegeben. Doch ich hatte zwei Teilnehmer dabei, die fast keine Erfahrung mit Klettersteigen hatten. Die anderen hatten sich für Sportklettern an der Muttekopfhütte entschieden. Die Schwierigkeit ist mit B/C angegeben und die C-Stellen sind meist eher kurz. Schließlich haben wir 3,5 Stunden für den Steig gebraucht, was für Anfänger dennoch eine recht gute Zeit ist.
Der Einstieg führt tatsächlich über eine glatte Felswand und ist mit Krampen Leiterartig ausgebaut. Doch an dieser Stelle spielt die Höhenangst noch eine merkliche Rolle. Erst als wir weiter oben jegliches Gefühlt für Höhe verlieren, entspannt sich das Verhältnis zwischen Lust und Angst.
Im unteren Bereich befinden sich zwei Ausstiegsoptionen, allerdings müssen diese über A/B Strecken abgeklettert werden.
Über mehrere Stufen und kurze Gehstrecken führt der Steig teils über griffige Kanten, teils über glatte, aber gut mit Eisen versetzte Abschnitte, wird nie langweilig und überfordert unsere Klettersteig-Anfänger auch nicht. Der Steig ist aber mit seinen 350 zu überwindenden Höhenmetern recht lang und fordert daher sehr gute Kondition.
Mit zunehmender Höhe bekommen wir auch immer bessere Aussicht über das Inntal und die umliegenden Berge. Nach ca. 2/3 gibt es eine kleine Ausweichstelle, die im Topo als Rastplatz bezeichnet wird. Da uns an dieser Stelle eine andere Gruppe überholt, die an der etwas weiter oben gelegenen Bank rasten wollen, entschließen wir uns gleich hier unsere erste Brotzeit zu halten. Als wir danach zur Bank aufsteigen, ist dort inzwischen Platz geworden und wir machen noch eine kleine Pause.
Eine Seilbrücke gehört heute wohl zu jedem guten Klettersteig, in diesem Fall wäre sie meiner Meinung nach entbehrlich. Die Seile verlaufen kaum 3 Meter über einer kleinen mit "Inntalblick" bezeichneten Scharte.
Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Ausstieg und es folgt auch nur noch eine kurze mit C bewertete Stelle, ansonsten kann man schon langsam entspannen.
Nach dem Ausstieg findet sich eine gemütliche Bank für die Mittagsrast.
Der Abstieg von der Geierwand ist sehr steil und mit seinen 400 Höhenmetern nicht zu unterschätzen. Als erfahrene Bergwanderer brauchten wir eine reichlich halbe Stunde bis hinunter auf den Fahrweg, dann mit Gucken und Fotografieren nochmal eine halbe Stunde zurück zum Auto.
Der Gesamtzeitbedarf lag bei knapp 6 Stunden und der Abstieg hat uns doch einige Anstrengung abverlangt. So geben wir uns mit dem einen Klettersteig zufrieden und kehren glücklich in unsere Ferienwohnung zurück. Schließlich gehen wir noch eine Runde in den Hochimster Badesee schwimmen, was bei 12 Grad Wassertemperatur zwar einiges an Überwindung fordert, aber die nächsten Tage zum regelmäßigen Tagesabschluss gehören wird.




